Composite Heritage – Das Fremde im Eigenen

By |2019-04-12T10:37:19+02:0022.03.2019|Konflikt und Frieden|

Composite Heritage betrachtet das kulturelle Erbe einer Gesellschaft und wie es sich ständig verändert und wandelt. Es ermöglicht verschiedensten Gruppen, Mehrheiten und Minderheiten, sich zugehörig zu fühlen. Eine tiefe Verbundenheit besteht zwischen Menschen und dem, was sie in ihrer Gesellschaft für wichtig, einzigartig, besonders halten. In diesem Eigenen steckt immer Fremdes. Faszinierend zu sehen, dass dadurch das Eigene nicht geschmälert wird. Composite Heritage macht aber auch wach. Nämlich immer dann, wenn eine gesellschaftliche Gruppe von einem "reinen", "wahren", "einzigen", "besonderen" Erbe spricht, an dem andere Gruppen keinen Anteil haben können. Dann wird es gefährlich, besonders wenn Mehrheiten gegen Minderheiten stehen und Aufstiegserwartungen oder Abstiegsängste eine Rolle spielen. Composite Heritage deckt Verbundenheit auf, wo Spaltung gepredigt wird. Seine Analyse zeigt Manipulation und Interessen auf, wo ein "wahres Erbe" beschworen wird, um Menschen von der Teilhabe auszuschließen.

Dr. Müllers Blog: Konflikt und Frieden

By |2019-04-12T11:57:48+02:0020.03.2019|Konflikt und Frieden|

Konflikt und Frieden. Hier geht es um die Gesellschaft. Was ist los in meinem Land? Wohin kann und soll die Reise konstruktiver gehen? Hier sind viele Fragen und nur wenige Antworten. Eine ist zum Beispiel Composite Heritage, ein Konzept, um sich mal anders und konstruktiv mit Identität auseinanderzusetzen. Vor allem macht dieser Blog deutlich, wie dicht die innere Entwicklung, die Selbstentwicklung, und die Gesellschaft mit einander verwoben sind. Die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Geschichte und den Erfahrungen meiner Eltern als "Generation 2. Weltkrieg" wirkt weiter. Ich bin noch nicht fertig mit dem Lernen aus der Geschichte. Vor allem treibt mich um, was es von Auschwitz zu lernen gibt. Ich sehe vor allem eines: eine Gesellschaft, in der Mehrheiten achtsam mit den Minderheiten umgehen. Dauernd spukt der erste Satz im Grundgesetz durch meinen Sinn:"Die Würde des Menschen ist unantastbar." Und nun stelle ich mir vor, die dieser kleine Satz unsere Gesellschaft durchdringt. ... in die Amtsstuben... in die Redaktionen ... in die Parteien ... in die Interessenverbände und Lobbyisten... in jede Stadt, jedes Dorf.... Utopie! Wie naiv! Ja, klar. Aber nur solange, bis man sich mal diese Vorstellung zu eigen macht. Nur die Vorstellung! Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ein Leben in Würde für alle in diesem Lande. Nur mal vorstellen. Konkret vorstellen. So genau wie möglich.